Das Lesejahr 2025 hat für mich ziemlich holprig begonnen. Eigentlich wollte ich mit einem richtigen Pageturner starten – ein Buch, das mich sofort packt und völlig in seinen Bann zieht. Nicht selten greife ich dafür zu New Adult, meistens funktioniert das. Doch ausgerechnet mit Twisted Dream habe ich einen echten Reinfall erwischt. Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen die Augen verdreht habe.
Immerhin hat diese Erfahrung etwas Gutes gehabt: Ich habe mir geschworen, ab sofort jedes Buch abzubrechen, das mich nach 100 Seiten nicht überzeugt. Ganz egal, wie beliebt, gehypt oder hochgelobt es ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass mir der weitere Verlauf gleichgültig wäre, dann weg damit.
Und ja – das war gar nicht so einfach. Man denkt ja immer: Vielleicht wird es ja doch noch besser? Vielleicht verpasse ich etwas? Waren die 100 Seiten jetzt völlig umsonst? Aber rückblickend bin ich sehr froh, mich nicht länger gezwungen zu haben. Denn die Energie, die ein wirklich gutes Buch mir gibt, ist tausendmal mehr wert als das mühsame Durchhalten bei einem mittelmäßigen. Schließlich ist Lesen mein liebstes Hobby – und da möchte ich nicht kämpfen, sondern genießen.
So komme ich jetzt, Mitte des Jahres, auf 26 gelesene Bücher. Und aus dieser Auswahl habe ich mir meine absoluten Highlights herausgesucht: drei aus der Belletristik und drei aus dem Bereich Sachbuch. Hier sind meine Favoriten im Detail.
Meine Top-3-Sachbücher



Platz 3 „Madame Moneypenny: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“
Das Thema Finanzen schiebt man gerne auf die lange Bank, auch ich habe es mir immer wieder vorgenommen, aber das Thema bisher stiefmütterlich behandelt. Nach einer kurzen Recherche, welches Buch sich für den Einstieg in das Thema am besten eignet, fiel meine Wahl auf Natascha Wegelins „Madame Moneypenny“. Und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt!
Natascha Wegelins „Madame Moneypenny. Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ richtet sich an alle, die bisher kaum Berührung mit Finanzthemen hatten und endlich loslegen wollen. Mithilfe eines inszenierten Familienessens erklärt sie auf lockere Weise die Grundlagen der Finanzplanung.
Besonders beeindruckend ist die anschauliche und dialogische Vermittlung des Themas: Wegelin nutzt vereinfachte Diagramme (die sie ihren Familienmitgliedern zur Veranschaulichung auf einer Serviette skizziert), Analogien und konkrete Zahlenbeispiele, um komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen. Die gesamte Erklärung erfolgt in Gesprächsform, sodass ihre Familienmitglieder immer wieder Fragen stellen – die dann ausführlich und verständlich beantwortet werden. Auch wenn ein so durchinszenierter Dialog in der Realität wohl eher selten vorkommt, erfüllt er hier seinen Zweck: Die gestellten Fragen sprechen einem als Leser aus der Seele und die Antworten darauf sorgen für viele Aha-Momente.
Der Schreibstil ist angenehm leicht, motivierend und praxisnah – genau das, was ein guter Ratgeber braucht. Das Buch gibt Orientierung und hilft, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu machen.
Mich hat das Buch enorm motiviert und ich kann das Buch für alle empfehlen, die einen strukturierten und gut verständlichen Einstieg ins Thema Finanzen suchen.
Platz 2 »Es kann nur eine geben« von Caroline Kebekus
Seit der Show LOL – Last One Laughing schätze ich Caroline Kebekus noch mehr. Ihr Humor ist frisch, direkt und dabei angenehm frei von Versuchen, trendy und jugendhaft zu sein oder so zu wirken – man hat schlicht das Gefühl, sie ist ganz sie selbst.
In ihrem Buch »Es kann nur eine geben« legt Kebekus ein feministisches Manifest vor, in dem sie dem ernsten Thema mit augenzwinkernder Selbstironie, klugen Beobachtungen und einer ordentlichen Portion Humor begegnet. Sie wirkt nie verbissen oder bösartig, sondern taff und schlagfertig – was sie sehr sympathisch macht.
Doch ihr Buch ist nicht „nur“ lustig, sondern man merkt auch, dass dahinter solide Recherche steckt, denn Kebekus bringt viele Beispiele und fügt auch Statistiken und Studien ein, ohne dass es zu theoretisch oder abgehoben wirkt.
Ich musste beim Hören (das Hörbuch ist von der Autorin selbst eingesprochen) oft lachen und habe (wahrscheinlich) nicht nur in meiner Vorstellung ganz oft zustimmend genickt. Viele Passagen regen zur Reflexion an und bringen die Dinge präzise auf den Punkt.
Fazit: Ein sympathischer, urkomischer und gleichzeitig lehrreicher Appell für echte Gleichberechtigung. Kebekus beweist, dass man wichtige Botschaften verpacken kann, ohne den Zeigefinger zu heben – und dass Humor oft der schnellste Weg ist, festgefahrene Rollenbilder zu entlarven. Ein Buch, das mich überzeugt und dazu sehr gut unterhalten hat.
Platz 1 „Wie Arbeit glücklich macht: und wann man darüber nachdenken sollte, den Job zu wechseln“ von Prof. Dr. Claas Lahmann.
Keine Arbeit ist auch keine Lösung – das stellt der Autor gleich zu Beginn unmissverständlich klar. Ich kann ihm nur zustimmen: Ohne Arbeit fehlten uns Struktur, Orientierung, Sinn und die Erfahrung unserer eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Der Autor zitiert Thomas Mann, der präzise zusammenfasst:
„Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten – das ist die Hölle.“
Dieses Buch predigt daher keineswegs, möglichst wenig oder besser gar nicht zu arbeiten. Stattdessen zeigt es, wie wir mit der Arbeit, die wir bereits tun, dauerhaft glücklich und gesund leben können. Denn Arbeit ist nötig, aber – und das ist wohl auch jedem klar – sie kann uns auch krank machen.
Der Ratgeber liefert zahlreiche Praxisimpulse: Woran erkenne ich, ob mir meine Arbeit noch guttut? Welche Stellschrauben kann ich drehen, damit sie besser zu meinem Leben passt? Brauche ich mehr Autonomie und wäre als Selbstständiger glücklicher – oder gibt mir eine feste Struktur die Sicherheit, die ich brauche?
Neben Selbstreflexionsübungen bietet der Autor fundierte Einblicke in aktuelle Forschung und Statistiken, die zum Vergleichen und Weiterdenken anregen. So motiviert und inspiriert das Buch dazu, einer Tätigkeit nachzugehen, die sehr viel Einfluss auf unser Wohl- und Glücksempfinden und unsere Lebensqualität hat.
Fazit: Ein sehr hilfreicher Ratgeber, der zentrale Fragen der modernen Arbeitswelt aufgreift und konkrete Wege zu mehr Zufriedenheit aufzeigt. Mir hat er sehr gut gefallen und viele wertvolle Impulse geliefert.
Meine Top-3-Belletristik



Platz 3 „Die Geschichte der getrennten Wege“ von Elena Ferrante
Der dritte Band der neapolitanischen Saga konnte mich auch diesmal sehr begeistern.
Elenas und Lilas Lebenswege könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Lila sich in Neapel durchkämpft und immer wieder in Schwierigkeiten gerät, genießt Elena den lang ersehnten, aber auch verdienten Wohlstand und Anerkennung als Schriftstellerin außerhalb ihrer Heimat. Doch auch ihre nach außen so heile Welt bekommt Risse und sie muss sich über ihre Rolle als Frau, Mutter und Geliebte klar werden und schwerwiegende Entscheidungen treffen.
Elena Ferrante ist einfach die Sprachgottheit in Person! Wie sie Emotionen und Charakter der Personen einfängt ist unglaublich, ihre Geschichte entwickelt einen unwiderstehlichen Sog, ich wollte immer weiter lesen und erfahren, wie es mit Elena und Lila weitergeht. Ich konnte Lilas innere Zerrissenheit förmlich nachfühlen, sie, die so gut in der Schule war, sie, für die jeder Mann in Rione sich nach ihr umschaute, arbeitet unter kaum auszuhaltenden Bedingungen in einer Wurstfabrik und sieht kein Licht am Ende des Tunnels.
Was mich an diesem Band besonders bewegt hat, ist die Art, wie Ferrante den unauflösbaren Bund zwischen Elena und Lila zeichnet: voller Nähe und Distanz, Rivalität und Bewunderung, Verletzung und Verbundenheit. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Reihe so lebendig – und lässt mich voller Vorfreude zum nächsten und letzen Band greifen.
Platz 2 – „Лес“ von Светлана Тюльбашева („Les“ (rus.: Wald) von Swetlana Tjulbascheva)
Ein Buch, das ich auf Russisch gelesen habe und dessen Schauplatz – die endlosen Wälder Kareliens, diese rauhe Landschaft an der finnischen Grenze – mich von Anfang an in den Bann zogen. Die Atmosphäre war so dicht, dass ich das Buch beinahe atemlos verschlang.
Zwei Moskauerinnen brechen zu einer Autoreise nach Karelien auf und verirren sie sich bald tief im Wald. Ihr Verschwinden wirkt geheimnisvoll: Sind die Gestalten, die sie in ihrer Erschöpfung zu erkennen glauben, bloße Trugbilder – oder streift tatsächlich jemand durch die Schatten des Waldes? Die Erzählung entfaltet sich auf zwei Ebenen: Wir folgen den beiden jungen Frauen im tiefsten Dickicht, während wir zugleich in einem karelischen Dorf verweilen und seine eigenwilligen Bewohner kennenlernen. Wie sich diese beiden Fäden schließlich zusammenfinden, ist unglaublich spannend gestaltet – überraschend und beklemmend – ich war fasziniert!
Platz 1 – „Die Drei Sonnen“ von Cixin Liu
So, und nun kommen wir zur Überraschung der letzten Monate: „Die drei Sonnen“, der erste Band der Trisolaris-Trilogie des chinesischen Science-Fiction-Autors Cixin Liu. Was für ein abgefahrenes Abenteuer! Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass mich dieses Buch so in seinen Bann ziehen würde. Doch offenbar war es an der Zeit für ein neues Genre und ich konnte das Buch buchstäblich nicht mehr aus der Hand legen, so spannend war es.
Es ist Abenteuer und Thriller zugleich; zugleich lernt man unglaublich viel über Astronomie und Physik, über Philosophie und Wissenschaft. Intelligent, packend und sehr unterhaltsam – ich habe es geliebt und kann es nur empfehlen!
Da sind sie also: meine Favoriten aus dem ersten Halbjahr 2025. Eine bunte Mischung aus erwarteten und völlig überraschenden Lieblingen. Einige werden im zweiten Halbjahr vom Favoritenthron gestoßen – so viel kann ich schon verraten. Denn ich habe wirklich großartige Bücher gelesen, und sicher halten auch die kommenden Monate noch einige Highlights bereit. Ich werde berichten!
Eine Antwort auf „Bücher-Highlights aus dem ersten Halbjahr 2025“
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