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Rückblicke

Lesemonat August 2025

Mit insgesamt 8 gelesenen Büchern kann sich der August wirklich sehen lassen. Ich kann jedes einzelne Buch guten Gewissens empfehlen, weshalb es auch schwer ist, ein Highlight zu küren. Ich werde es trotzdem tun, denn wenn ich an den Lesemonat August denke, dann taucht auch dieses eine Buch in meinem Kopf auf. Aber dazu später mehr.

Auffällig war diesen Monat auch, dass ich ganze 4 Bücher nach 100–200 Seiten abgebrochen habe. Trotz der insgesamt guten Büchern war also auch ein bisschen der Wurm drin.

ÜBERSICHT Lesemonat AUGUST 2025
Gelesene Bücher: 8 (davon 2 als Hörbuch)
Gelesene Seiten: 2554
Genre-Verteilung:
Sachbücher: 4
Zeitgenösssiche Literatur: 2
Krimis: 2

Abgebrochene Bücher

Tell Me Softly – Mercedes Ron

Worum geht’s?
Eine Dreiecksbeziehung, Drama, Liebe – alles, was man nach der Culpa Mia-Reihe von Mercedes Ron erwarten würde.

Meine Meinung:
Nach dem Hype um Culpa Mia (das ich drei Mal im gleichen Jahr gelesen habe!) waren meine Erwartungen und die Vorfreude riesig. Doch leider haben mich die Figuren diesmal nur genervt, die Spannung kam nicht rüber und die Gefühle blieben auf dem Papier. Nach über der Hälfte habe ich genervt aufgegeben und mir lieber einen Thriller geschnappt.

Deep Fake – Cleo Konrad

Worum geht’s?
Ein gefaktes Nacktvideo einer Lehrerin taucht auf – eine brisante Ausgangslage: Wer steckt dahinter? Und wie geht die Lehrerin mit dieser Situation um?

Meine Meinung:
Der Anfang war spannend, aber bald rückte statt der eigentlichen Frage die mysteriöse Vergangenheit der Lehrerin in den Mittelpunkt. Immer wieder wurde eine dunkle Tragödie angedeutet – so aufdringlich, dass es irgendwann nur noch ermüdend war. Ich wollte gar nicht mehr wissen, was passiert war, und habe das Buch nach rund 200 Seiten weggelegt.

Der Name der Rose – Umberto Eco

Worum geht’s?
1327, ein Kloster in Norditalien: William von Baskerville, ein Franziskanermönch, reist dorthin, um in einem Glaubensstreit zu vermitteln. Gleichzeitig erschüttern mysteriöse Todesfälle die Gemeinschaft, und William beginnt zu ermitteln.

Meine Meinung:
Ein Sherlock Holmes im Mittelalter? Das klang nach genau meinem Geschmack. Doch die Lektüre hat sich für mich als eine Tortur erwiesen. Statt spannender Ermittlungen folgten endlose theologische und philosophische Dialoge, lateinische Passagen ohne Übersetzung und architektonische Beschreibungen, die mich eher erschlagen haben.
Wenn Bücher Menschen wären, wäre dieses „Der Name der Rose“ ein arroganter Universitätsprofessor, der einen mit Fachbegriffen bombardiert, bis man sich zu dumm fühlt, überhaupt noch Fragen zu stellen. Nach 200 Seiten war für mich Schluss.

Red Rising – Pierce Brown

Worum geht’s?
Die Menschheit hat den Mars besiedelt. Darrow, ein 16-jähriger Minenarbeiter, entdeckt nach dem Verlust seiner großen Liebe, dass alles, was er über sein Leben wusste, eine Lüge ist. Er schleust sich in die herrschende Elite ein, um das System von innen heraus zu zerstören.

Meine Meinung:
Nach drei Abbrüchen in Folge wollte ich endlich etwas richtig Spannendes lesen. Der Anfang war auch fulminant und packend. Doch dann kam der Dämpfer: Darrows Ausbildung, die aufregend werden sollte, entwickelte sich zäh, brutal und ohne echte Spannung. Dazu wurde Darrow selbst zu einem Überflieger, der mühelos alles schaffte. Bei 41 % habe ich endgültig aufgegeben.

4 abgebrochene Bücher klingen erstmal nach Frust – zum Glück stehen dem gleich 8 Bücher gegenüber, die mich dafür umso mehr begeistert und bestens unterhalten haben.

Gelesene Bücher

Und dann gab’s keines mehr – Agatha Christie

Worum geht’s?
Zehn Unbekannte werden von einem mysteriösen Mann auf eine Insel eingeladen. Wozu? Das weiß keiner von ihnen so genau. Doch kaum haben sie Zeit, sich diese Frage zu stellen, nehmen die Ereignisse eine grausame Wendung und einer von ihnen wird ermordet. Wer hat es getan? Und wer ist als Nächstes dran?

Meine Meinung:
Mein erster Agatha-Christie-Krimi – und er hat mich begeistert! Spannung pur, viele Wendungen und ein cleverer Aufbau, der mich immer weiterlesen ließ. Sehr empfehlenswert.

The Stranger Times – C.K. McDonnell

Worum geht’s?
Die Zeitung „The Stranger Times“ veröffentlicht Geschichten über Unerklärliches – eigentlich reiner Unsinn. Doch als eine Tragödie geschieht, merkt das Team, dass manche dieser Geschichten realer sind, als ihnen lieb ist.

Meine Meinung:
Skurril, düster, witzig – ein Urban Fantasy Krimi der besonderen Art. Die Mischung aus schrägem Humor, bissigen Dialogen und Mystery hat mich überzeugt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Unser Tag ist heute – Virginie Grimaldi

Worum geht’s?
Drei Menschen mit schweren Schicksalsschlägen gründen eine WG: Jeanne, die ihren Mann verloren hat, Iris, die einer toxischen Beziehung entkam, und Théo, der gerade aus dem Heim entlassen wurde.

Meine Meinung:
Ein Roman über Freundschaft, Heilung und Zusammenhalt. Warmherzig, humorvoll und voller leiser Spannung – ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Für Fans von Alina Bronsky absolut lesenswert.

Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen – Philippa Perry (Hörbuch)

Worum geht’s?
Philippa Perry, eine erfahrene Psychotherapeutin, klärt in ihrem Buch auf, wie Kinder zu glücklichen Erwachsenen werden. Sie zeigt Wege auf, wie Eltern auf kindliche Bedürfnisse reagieren können, ohne sich selbst zu vergessen und ohne ungünstige Verhaltensmuster der eigenen Kindheit zu wiederholen.

Meine Meinung:
Wer bereits mehrere Bücher zur Eltern-Kind-Beziehung und zur bindungsorientierten Erziehung gelesen hat, den wird dieses Buch nicht umhauen. Es liefert wertvolle Impulse, Ideen und Erkenntnisse, große Aha-Momente blieben bei mir jedoch aus. Die erste Hälfte, in der es unter anderem um Schwangerschaft und Geburt geht, wirkt thematisch etwas losgelöst vom Rest. Viele Leser könnten diesen Teil überspringen wollen – sei es, weil sie schon längst aus dieser Phase raus sind oder noch gar nicht an eigene Kinder denken.
Insgesamt ist das Buch aber ein hilfreicher Ratgeber, der wichtige wunde Punkte anspricht und an einigen Stellen sogar konkrete Formulierungsbeispiele im Umgang mit Kindern bietet, die ich sehr nützlich fand.

Meine Grenze ist dein Halt – Nora Imlau (Hörbuch)

Worum geht’s?
Ein Ratgeber über gesunde Grenzen in Familien – wie man klar und liebevoll kommuniziert, ohne Strafen oder Drohungen.

Meine Meinung:
Ein sehr empfehlenswerter Ratgeber darüber, wie man in Familien klare Grenzen setzt und dabei im Dialog mit dem Kind ohne Strafen, Drohungen oder Schimpfen auskommt. Nora Imlau gibt dazu wertvolle Impulse, untermauert ihre Gedanken mit anschaulichen Beispielen und schlägt praktische Übungen vor. Ein rundum gewinnbringendes Buch!

Lesen ist deine Superkraft – Tobias Milbrandt

Worum geht’s?
Ein Sachbuch über die Liebe zum Lesen, die Macht von Büchern und praktische Tipps, wie man das Lesen im Alltag fester verankern kann. Der Autor zeigt auf, warum Lesen uns prägt, wie wir mehr Zeit dafür finden und welche inspirierenden Beispiele es von Menschen gibt, die viel lesen.

Meine Meinung:
Man spürt sofort, dass Tobias Milbrandt für das Thema brennt. Seine Leidenschaft für Bücher steckt an und macht Lust, selbst wieder öfter zum Buch zu greifen. Besonders gefallen haben mir die Beispiele bekannter Persönlichkeiten, die Lesen zu ihrer Gewohnheit gemacht haben, sowie die praktischen Tipps – von Lese-Apps bis hin zu kleinen Routinen, die das Lesen in den Alltag holen.

Allerdings hatte das Buch auch seine Schwächen: Vor allem in der ersten Hälfte wiederholten sich viele Gedanken, sodass der Lesefluss manchmal ins Stocken geriet. Der Autor geht viel auf den Nutzen der Sachbüchern ein, Belletristik kommt fast gar nicht zur Sprache, und mehr persönliche Einblicke in die eigene Lesebiografie hätten dem Ganzen mehr Tiefe verliehen. Auch der Umgang mit digitalen Lesemöglichkeiten (eReader, Notizen etc.) bleibt eher oberflächlich.

Trotzdem konnte ich einiges an Inspiration mitnehmen – und allein die Begeisterung des Autors fürs Lesen macht das Buch lesenswert.

Hallo Hebamme – Anja Stern & Marie Kuon

Worum geht’s?
Ein umfassender Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit – geschrieben von erfahrenen Hebammen.

Meine Meinung:
Dieses Buch sollte jede Schwangere gelesen haben. Es beantwortet Fragen, nimmt Sorgen ernst, gibt praktische Tipps und bleibt dabei immer warmherzig. Ein wertvolles Nachschlagewerk, das man immer wieder in die Hand nehmen kann.

Oben Erde, unten Himmel – Milena Michiko Flašar

Worum geht’s?
Suzu, eine junge Außenseiterin, verliert ihren Job und beginnt als Leichenfundreinigerin. Konfrontiert mit Tod und Einsamkeit, findet sie durch ihre Arbeit und ihr Team neue Perspektiven.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich im besten Sinne überrascht. Die Ausgangslage klingt schwer und bedrückend, doch die japanisch-österreichische Autorin Milena Michiko Flašar erzählt die Geschichte mit einer unglaublichen Leichtigkeit, voller Wärme und feinem Humor. Suzu wächst einem sofort ans Herz, gerade weil sie nicht perfekt ist und sich in einer Welt zurechtfinden muss, die sie oft überfordert.

Besonders schön fand ich die Balance: Einerseits geht es um ernste Themen wie Tod, Einsamkeit und Verlust, andererseits ist da immer wieder Leichtigkeit, kleine Momente zum Schmunzeln und eine Sprache, die einen sanft durchs Buch trägt.
Ganz klar: „Oben Erde, unten Himmel“ war mein Highlight im August – ein Buch, das mich tief berührt hat, inspiriert und ganz oft zum Schmunzeln gebracht hat. Die anderen Bücher der Autorin stehen schon auf meiner Wunschliste!

Mein Fazit

Auch wenn im August gleich 4 Bücher auf der Strecke geblieben sind, war es insgesamt ein richtig guter Lesemonat. Vor allem, weil die Bücher, die ich beendet habe, fast alle Highlights hätten sein können – jedes auf seine Weise spannend, klug oder herzerwärmend.

Mein Highlight war aber eindeutig Oben Erde, unten Himmel von Milena Michiko Flašar. Diese Mischung aus Wärme, Humor und Tiefgang werde ich so schnell nicht vergessen.

Für den September habe ich mir vorgenommen, wieder mehr Rezensionen direkt auf dem Blog zu veröffentlichen. Einfach, weil mir das Schreiben hilft, Bücher wirklich „sacken zu lassen“. Und natürlich bin ich gespannt, welche Geschichten mich in den nächsten Wochen begleiten werden.

3 Antworten auf „Lesemonat August 2025“

Liebe Alexandra, wow… 8 Bücher in einem Monat – Respekt. Ich finde, du hast hier alles sehr kurz, knackig aber doch sehr aussagekräftig zusammengefasst. Man weiß sofort, worum es geht und kann recht schnell für sich selbst entscheiden, ob das Buch mich selbst anspricht.Hat mir sehr gut gefallen. Vielen Dank dafür. Agatha Christie habe ich vor vielen Jahren auch sehr viel gelesen, bzw. verschlungen. Mittlerweile lese ich fast nur noch Sachbücher. Das Buch von Phillippa Perry habe ich auch schon gelesen. Hier kann ich deiner Meinung zustimmen. Sehe ich genauso. Das Buch von Tobias Milbrandt steht auch auf meiner Wunschliste. Nach dieser Rezenssion werde ich es auf jeden Fall bald lesen.

Liebe Monika,

vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr, dass dir mein Überblick über die gelesenen Bücher zugesagt hat.
Jaaaa, Sachbücher können einfach unglaublich wertvoll für das eigene Leben sein und helfen wirklich, Ordnung in ein Thema zu bringen, das einen beschäftigt. Mag ich auch total!
Ich würde mich sehr freuen, bald deine Meinung zu Tobias Milbrandts Buch zu lesen!

Liebe Grüße
Alexandra

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